Geschichte

Der historische Salzburger Bindertanz

Hier hat uns unser Wurschtl Johannes Franz einiges zur Geschichte der Historischen Bindertanzgruppe Salzburg zu erzählen.

Die Binderzunft von alters her, hält Brauch und Sitt' in hoher Ehr'!

Der Legende nach sind in den großen Pestzeiten (nach den beiden im 14. Jhd.) in Salzburg 1571 und 1636 die Fass-Binder mit "Pechen und Brennen der Seuche nachgerannt". Sie zogen mit ihren rauchenden Pechkübeln durch Gassen, Häuser und Wohnungen und versuchten durch "Brennen und Pichen" die Seuche auszuräuchern, der Seuche Herr zu werden. Das Pech war/ist ein mehrfach destilliertes Baumharz, daher ein reines Naturprodukt. Ihm wurden keimtötende und dämonenabwehrende Eigenschaften (heute noch beim „rachn gehen“) nachgesagt. Damit und auch durch ihre frohsinnige, gesellige und lustige Art halfen sie ganz wesentlich, wieder neue Hoffnung in die Bevölkerung zu tragen.

 

Wien hatte den "lieben Augustin" (Marx, eigentl. Markus, Augustin [*1643 - †1685]) der zwar kein Binder war aber eben auch Hutmacher und Hoffnungsspender in der Pestzeit, Salzburg hatte ihre Binder und nannten dafür den Hanswurst als einen der ihren.

 

Dort wo ihr Treiben Erfolg zeigte, fingen die Binder aus Freude über das Abklingen der Pest zu tanzen an. Daraus wuchs der BINDERTANZ, der in der Folge dann bis 1830 nachweisbar aufgeführt wurde. Danach verliert sich seine Spur, bis er am 28. Juli 1924 auf Initiative vom Brauchtumspfleger Karl Adrian unter Mitwirkung des Binder-Innungsmeister Hans Moser, Komm.-Rat Neubauer (Obmann der Alpinia) und Brauereidirektor Komm.-Rat Kiener von der Stieglbrauerei wieder zu neuem Leben erweckt wurde. Damals war es noch möglich, denn Großteil der Tänzer aus den Reihen der Salzburger Binderleute zu gewinnen. Einzelne Tänzer kamen aus dem Trachtenverein Alpinia.

 

Am 8. August 1924 war die erste Aufführung desselben seit 1830 unter großer Begeisterung der Salzburger Bevölkerung. Der verstorbene Obmann Stefan Pachler erzählt: „Die Tänzer sammelten sich beim alten Kurhaus in der Rainerstraße, die Straßen waren vollgestopft mit Menschen und wir wurden überall mit Jubel empfangen. Wir mussten öfters stehen bleiben, damit unsere fünf Binder auf dem großen, umkränzten Fasswagen den Fünfertakt hämmern konnten. Sie trugen Werkstattbekleidung: weißes Hemd mit offenem Kragen, Ärmel aufgestülpt, einen Lederschurz und eine niedere, schwarze Samtkappe, so wie der Meister sie beim Kundenbesuch anhatte.

Vor uns marschierte die Maxglaner Musik mit Trommler und zwei Schwegelpfeifen in Salzburger Tracht. Weiters marschierten vor uns der Tanzmeister, der Innungsmeister mit zwei Altmeistern und der Fähnrich in der historischen Tracht aus der Rokokozeit. Böller schossen und die Schläger am Fasswagen hämmerten und der Tanzmeister leitete mit dem Spruch ‚Die Gläser geschwungen, den Achter gerungen, wohl an zum Tanz mit dem buchsernen Kranz‘, den Tanz ein.“


Und am 6. September 1924 wurde die erste "neue Dult" wie man sie damals nannte, feierlich eröffnet u. a. mit der Aufführung des "Historischen Salzburger Bindertanzes". Der Tanz wurde 1924 zwölf Mal getanzt. Das war der Abschluss der Wiederaufführung 1924.

 

Bindertanz in Salzburg am Kapitelplatz 1924 bei der Salzburger Dult

Foto: Archiv

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Kolumne | Aus der Heimat

Als Pech noch Glück brachte

Von Bertl Göttl | 11.04.2012 - 12:40

"Wer das Binderhandwerk veracht’, den holt der Teufel bei der Nacht! Mit Eichenholz und Rebensaft der Binder sich durchs Leben schafft."

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Fassung in lateinischer Schrift von Obm.Stv.Günther Hausknost.
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